12 von 12 im Januar 2026: All Eyes On Iran!

Veröffentlicht am Kategorisiert als Rückblicke
Birgit mit Kämpferfaust – I stand with the people of Iran

Eigentlich sollte der Titel dieses 12 von 12 „Greyish Beauty- & Blog-Day“ heißen, aber angesichts der Massenproteste im Iran habe ich das nicht gekonnt. Ich konnte unmöglich nur zeigen, was in meiner kleinen Welt los ist, während woanders in der Welt demonstrierende Menschen, Unbewaffnete, junge Leute, Jugendliche, ja fast Kinder dahin gemetzelt werden, nur weil sie ihre Freiheit wollen.

Mich beschäftigt das sehr. Ich habe persische Freunde und Bekannte – in Deutschland und im Iran. Niemand weiß, wie es ihren Angehörigen und Freunden in der Heimat geht. Das Land wurde von den Mullahs komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Internet, Telefon? Niente. Online-Banking? Nö.

Bilder dringen nach draußen, in unsere Welt, über Starlink, wenn es nicht gerade von militärischen Störsendern unterbunden wird. Oder wenn Menschen hierzulande etwas von ihrer Internet-Bandbreite über das Tor Project in Verbindung mit der Browser-Erweiterung Snowflake spenden. Dadurch entstehen anonym zu nutzende Internet-Bridges, die die zensierten Menschen dort nutzen können, um von ihren Protesten und der Gewalt zu berichten.

Ich weiß nicht, welche Bilder echt sind, welche Zahlen der Verhafteten und Getöteten stimmen. Ich mache mir Sorgen und kann nicht viel tun. So will ich wenigstens dieses 12 von 12 nutzen, um dem Thema einen Raum zu geben.

Inzwischen hat das EU-Parlament Konsequenzen gezogen und iranischen Diplomaten den Zugang verboten. Immerhin etwas.

Du, 12. Januar, erwischst mich in Zorn, Angst und in Sorge. Und dennoch habe ich versucht, meinen normalen, völlig unwichtigen und angesichts der Weltlage unwesentlichen Tag 12-von-12-mäßig in Bilder zu fassen. Auch, wenn es sich seeehr profan und schräg anfühlt. Es ist ein irritierendes Spannungsfeld, in dem ich mich den ganzen Tag herumgetrieben habe: Es irritiert, dass auf der Welt schlimme Dinge passieren und hier „das schöne Leben“ einfach so weitergeht. Und es darf nebeneinander stehen. Weil die Welt so tickt! Schwierig bleibt es allemal …

EINS

TODAY A MUST

I‘m no Fan-Girl of Haarewasching morgens um 7:00. Hab aber Gletschkopp nach gestriger Ölmassage. Also: 5-4-3-2-1-los!

Weiße Kaffeetasse auf Holztisch, im Hintergrund: 2 Tischleuchten

ZWEI

FIRST THING!

Kaffee. Immer das erste nach dem Bad. Immer erworben von meinem Freund Arne. Immer von Coffeness.

Eine Terrasse im Morgengrauen mit Pflanzen, Schnee und Lichterkette

DREI

SCHNEE ADE.

Es pirselt. Das Weiß schmilzt dahin. Bei drei Grad auf eisigem Grund. Die Medien hypen: Glatteisgefahr in Bonn! Die Schulen: alle zu.

Birgit in der Rosenstraße mit Kapuze

VIER

NASSKALT USSELIG.

Uff! Es regnet mehr, als ich dachte. Als ich bei meiner Fußpflege ankomme, bin ich pitschepatschenass!

Zwei Füße bei der Fußplege.

FÜNF

BALD STRANDSCHÖNHEITEN – BEI ERNSTEM GESPRÄCH.

So Kinderchen, Ihr seid gleich dran. Behandelt von Zahra Arzani, bester Podologin der Welt. 🩷 Wir reden über die Massenproteste im Iran, die uns ganz kirre machen, weil die Nachrichtenlage aufgrund der Abschaltung des Internets und sämtlicher Telefonverbindungen so erschreckend undurchsichtig ist. Mögen die Menschen dort bald in Freiheit leben können! Wir weinen beide …

Eine Frau ohne Hijab vor dem Freiheitsturm in Teheran mit Siegeszeichen erhobener Hand.

EINSCHUB

ALL EYES ON IRAN!

Eine Frau ohne Hijab vor dem Freiheitsturm in Teheran. In Siegespose mit Schriftzug „Zan, Zendegi, Azadi“ (زن زندگی آزادی – „Frau, Leben, Freiheit“). Dem Slogan der aktuellen Proteste im Iran, der Frauen-, Menschenrechte & Freiheit fordert. Dem universellen Aufruf gegen Autoritarismus!

Birgit im Live mit Judith zum Wochenthema der The Content Society.

SIEBEN

MONTAGS UM 10 IN DEUTSCHLAND

Bin endlich wieder dabei. Beim Live mit Judith Peters zur unverbindlichen Blogempfehlung der Woche in The Content Society.

Schreibtisch mit Notizbuch und Unterlagen zum Jahresrückblog 2025.

ACHT

STILL JAHRESRÜCKBLOGGING.

Es dauert, aber er wird: mein Jahresrückblick für 2025. Morgen will ich ihn veröffentlichen. Fingers crossed!

Birgit im h.laden in Bonn mit Friseurin Petra.

NEUN

BLIND VERTRAUIN‘, …

… wenn Petra im h.laden die Spur legt und die Schönheit wiederherstellt. Darf auch nur sie!

Birgit bloggt beim Friseur

ZEHN

BLOGGING 12 VON 12

Iran muss rein. Das wird jetzt klar. Könnte ich sonst gar nicht aushalten.

Birgit nach Friseur.

ELF

VOLUMINATI.

Schönes Profanhaar.

Birgit im roten Licht macht Victory-Zeichen

ZWÖLF

برای | BARAJE | FÜR … *

… eure Tapferkeit, euren Mut, das Tanzen auf der Straße, den Moment der Angst beim Kuss, die Veränderung faulender Hirne, die Sehnsucht nach normalem Leben, das Weinen ohne Ende, die Genies im Gefängnis, die Toten – für 47 Jahre Unterdrückung.

* nach dem Lied von Shervin Hajipour


Lieben Dank fürs Gucken. See you beim nächsten 12 von 12 im FEBRUAR oder vorher irgendwo anders hier im Blog.
An einem leichteren Tag.

Und bei dir? Wie war dein 12. Januar?
Schreibs mir gerne in die Kommentare.
LG von Birgit.

* Der Erfinder von „12 of 12“ ist Chad Darnel, amerikanischer Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent, Romanautor, Podcaster und professioneller Unruhestifter (wie er sich selbst nennt). Schnell wurde es auch international zum Blogger:innen-Ritual: An jedem 12. eine kleine Fotodokumentation machen, um anderen Menschen auf der Welt Einblicke ins eigene Leben zu geben. Nach sechs Jahren stellte Chad sein „12 of 12“ im Dezember 2011 ein. In der Folge verflüchtigte sich die Idee und fiel in einen unruhigen Dornröschenschlaf. Aber seit Juli 2013 ist sie wieder wach! Erweckt durch den Wiederbelebungskuss der wunderbaren Caro von Draußen nur Kännchen, hat sich „12 von 12“ in der deutschsprachigen Blogosphäre wieder zu einer Blogger:innen-Tradition entwickelt. An jedem Zwölften! No discussion, Baby!

Hier geht’s zum 12 von 12 im Januar von Caro auf „Draußen nur Kännchen“. Da kannst du noch ganz viele andere tolle 12 von 12’s lesen. Ich bin dort diesmal die Nummer 59.

Birgit Ising mit Notebook
Wer schreibt hier eigentlich?

Hi, ich bin Birgit Elke Ising. Ex-Bank-Managerin, Coachin, Autorin, Speakerin und (improvisierende) Schauspielerin. Ich bin Expertin für Transformationsunterstützung. Mit kreativen Coaching-, Theater- und Schreib-Techniken helfe ich dir aus der Schwere ins Handeln.
Mehr über mich erfährst du hier.

Du willst mehr lesen? Hier ist mein Buch:
Buch „Eingefroren in der Zeit“ von Birgit Elke Ising

Eingefroren in der Zeit.
Ein guter Einstieg ins Thema Ahnentrauma. Du brauchst keine Vorkenntnisse.
Nur Lust auf Geschichten. Skurrile Geschichten.

Deep Shit, mit Humor und Leichtigkeit erzählt.

„Wütend, witzig, weise.“
(Sven Rohde, ehem. Vorstand Kriegsenkel e.V.)

Melde dich zu meinem Newsletter an. Es lohnt sich.

Spring ins improvisierte Lesen: Bunte, bildhafte Sprache, wild und inspirierend. Poesie & Worterfindungen. Klartext mit Humor. Ahnentrauma hin oder her.

Für aktuelle Updates folge mir:

4 Kommentare

  1. Hey Birgit, so toll. Du hast es so getroffen. Diese mutigen Frauen und natürlich auch Männer im Iran, die sich solchen großen Gefahren aussetzen, einfach, weil sie frei sein wollen und dagegen unser behütetes Leben. Ich liebe deine Art zu schreiben, das weißt du und ich mag deinen 12. Januar sehr. Bis auf den Kaffee am Morgen, is klar. Bei mir gibts erstmal warmes Wasser.
    Mal schaun, ob ich noch einen 12von12 raushau. Mir ist es erst mittags eingefallen. Freue mich übrigens auf deinen Jarübli!
    In diesem Sinne: #freeiran
    Susanne

    1. Liebe Susanne,
      das freut mich sehr. Ich hatte zunächst Bedenken, die Themen zu mischen. Du bekräftigst mein Vorgehen.
      Vielen herzlichen Dank. Mein JaRüBli steckt noch im Geburtskanal. I‘ll let you know.
      Liebe Grüße
      Birgit

  2. Mir spricht dieses 12 von 12 ausgesprochen an. Es wirkt auf mich sehr realitätsnah und authentisch. Genau in dieser Diskrepanz befinden wir uns als indirekt Betroffene. Da sind der Alltag und die damit verbundenen Mühseligkeiten, aber auch die Freuden.
    Begleitet werden diese Banalitäten, diese Normalität, von dem Wissen, dass es noch etwas anderes gibt. Etwas, gegen das wir momentan (fast) nichts Konkretes machen können. Wir können an die Menschen denken, wir können Angst und Trauer mit anderen teilen, wir können in kleinen Momenten bewusste Augenblicke schaffen.
    Das ist dir ausgezeichnet gelungen. Während des Lesens habe ich mich zwischen diesen zwei Welten bewegt: unaufgeregt, mal nahe bei mir liebgewonnenen Menschen, mal ganz im Alltag.

    1. Liebe Gabriella,
      ach, das freut mich aber sehr, dass dich mein 12 von 12 anspricht. Wo doch diese verdammte Dualität kaum auszuhalten ist. Und ich nicht wirklich weiß, wie damit umgehen …
      Herzliche Grüße
      Birgit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert