100 Dinge, die ich gern früher über mich und das Leben gewusst hätte.

Veröffentlicht am Kategorisiert als improvISING Life: Leichter leben
Birgit Elke Ising - Was ich gerne früher über mich und das Leben gewusst hätte

Was ich gern früher über mich und das Leben gewusst hätte – meine 100 Lebens-Learnings.

Dies ist mein Beitrag zu meiner eigenen Blogparade. Wer mitmachen möchte: Hier geht’s zum Aufruf.

Ich habe diese Blogparade ins Leben gerufen, weil ich selbst genau darüber nachdenken wollte. Wie weit bin ich schon gekommen? Welche Einsichten, Erkenntnisse und AHA-Momente hat mir das Leben schon geschenkt?

Und ich fragte mich, wieviel davon ich hier preisgeben mag.

Die Antwort: Alles. Nein, Quatsch. Viel. Genug um ehrlich zu sein. Genug, um nützlich zu sein. Mit dem nötigen Augenzwinkern, denn ohne Humor wäre mein Leben, … ach, lassen wir das!

Also, hier sind sie. Meine 100 Dinge, die ich gern früher gewusst hätte – über mich, über Menschen, über das Leben. Gesammelt aus gut sechs Jahrzehnten auf diesem Planeten.

Aus einer gehts-so-Familie, aus einer Karriere in der Bank, einem Absprung ins Coaching und auf die Bühne, vom Schreibtisch. Gelernt aus Hinfallen und Wiederaufstehen, aus Anfangen, abbrechen oder Weitermachen. Mit Schmerz, Nichtmehrkönnen, Kopfschütteln, Tränen und Lachen. Manchmal alles gleichzeitig.

Fangen wir an.

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Über mich selbst

  1. Die wichtigste Beziehung im Leben ist die zu mir selbst.
  2. Ich bin nicht für alle gemacht. Und nicht alle sind für mich gemacht. Damit kann und will ich leben!
  3. Künstlerisches Tun, Kreativität, Schreiben und Spielen sind nicht Muttis Hobby! Sie sind, wer ich bin.
  4. Ich bin nicht empfindlich. Ich bin empfindsam!
  5. Ich kann besser schreiben als reden.
  6. Small-Talk kann ich nicht. Da bin ich lieber still.
  7. Ich bin introvertiert. Immer schon gewesen. Ich tue nur das Gegenteil.
  8. Die meisten sozialen Situationen stressen mich (sagt mein Heart-Rate-Tracker im Oura-Ring) – und inzwischen erkenne ich das auch. Nicht in den Momenten, aber später, wenn ich das sehe und analysiere, was mich da so uffgereeecht hat. Bummbumm, bummbumm.
  9. Ich fühle mich sozial getragen.
  10. Mein Körper weiß mehr als mein Hirn. Ich sollte besser auf ihn hören.
  11. Ich muss auf meine Füße aufpassen. Immer! Verdammt nochmal, Frau Ising, IMMER!
  12. Ich brauche Stille. Stille und Schreiben!
  13. Ich kann gleichzeitig stark und verletzlich sein. Das ist kein Widerspruch. Das ist Mensch-sein.
  14. Ich brauche keine Erlaubnis. Von niemandem. Ich habe lange Zeit das Gegenteil geglaubt.
  15. Ich darf meine Meinung ändern, sogar mehrmals am Tag ändern. Das nennt sich Denken.
  16. Mein innerer Kritiker meint es gut mit mir. Ich muss ihm zuhören, ihm Fragen stellen, um zu erkennen, was er wirklich will. Wovor er mich versucht zu beschützen.
  17. Humor war mein Überlebensmechanismus Nummer eins. Heute trägt er mich. Dafür bin ich sehr dankbar.
  18. Ich habe nicht immer Lust, mich zu erklären.
  19. Ich bin nicht für alles zuständig und verantwortlich!
  20. Herausforderungen müssen mir keine Angst machen. Ich bestimme selbst, wie weit ich gehe.
  21. Ich kann äußerst schlaue Sachen sagen. Korrektur: Ich kann doch gut reden. So!
  22. Identität ist Illusion. „Ich bin xxx“ ist absoluter Bullshit! Denn sofort fallen mir 1.000 Situationen ein, in denen ich genau das Gegenteil war, nämlich fuckin‘ yyy! Nimm nur die: Großzügig und geizig. Liebevoll und zickig. Verhuscht und harsch.
  23. ICH-BIN-FÜR-MEIN-LEBEN-VERANTWORTLICH. ICH!

Über andere Menschen

  1. Die anderen denken viel weniger über dich nach, als du glaubst.
  2. Was andere über dich denken, geht dich weniger an als du denkst.
  3. Ich kann Menschen nicht retten. Ich kann nur neben ihnen stehen, während sie sich selbst retten.
  4. Nicht jede:r muss bleiben. Manche Menschen treten in mein Leben, weil es grad passt oder damit ich lerne – und dann gehen sie wieder. Das ist ok.
  5. Es gibt Menschen, die mein Licht nicht ertragen. Das ist deren Problem. Wirklich.
  6. Menschen zeigen dir sehr früh wer sie sind. Schau gut hin!
  7. Unter jedem Dach ein „Ach!“
  8. Menschen ändern sich. Wenn SIE es wollen.
  9. Ich darf um alles bitten. Und mein Gegenüber hat das Recht, nein zu sagen.
  10. Die Personen, die mich aufregen, haben ganz viel mit MIR zu tun.
  11. Ich kritisiere an anderen, was ich an mir selbst nicht leiden kann!
  12. Vieles, bei dem ich sofort den Impuls habe, anderen zu helfen, können die ganz gut alleine.

Über Kommunikation

  1. Schweigen ist kein Gold! Schweigen macht alles nur schlimmer.
  2. Sprechenden Menschen kann geholfen werden.
  3. Einschnappen hilft keinem und macht einsam!
  4. Ich muss nicht alles begründen.
  5. Ich darf alles fragen.

Über Beziehungen

  1. Nicht jedes Krümelchen Aufmerksamkeit ist gleich Liebe!
  2. Du wirst nicht geliebt, für das was du tust.
  3. Du wirst (im Idealfall) geliebt, weil du du bist.
  4. Die Erwartungen, die ich nie ausgesprochen habe, waren die Ursache meines größten Schmerzes.
  5. Ich kann mich nicht entschuldigen. Ich kann nur um Entschuldigung bitten.
  6. Konflikte verschwinden nicht, wenn man sie ignoriert. Sie machen nur kurz Pause. Und kommen dann größer wieder.
  7. Ich bin nicht verantwortlich für die Gefühle anderer Menschen!
  8. Nicht jedes Schnaufen gilt mir.
  9. Nicht alle Freundschaften brauchen tägliche Pflege. Wenn sie tief genug sind, überstehen sie große Pausen und schmecken beim ersten Kaffee wieder wie gestern.
  10. Ich kann jemanden lieben und trotzdem Nein sagen. Das war eine lange Lektion.
  11. In jeder Beziehung gibt es Muster, die wir nicht selbst erfunden haben. Manche kommen aus unserer Familie. Es lohnt sich, genau hinzuschauen.
  12. Gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht.
  13. Ich muss nicht jede Beziehung retten. Manche dürfen auch enden. Würdevoll, leise, ohne Drama.
  14. Liebe heißt nicht Anpassung.
  15. Ich bin ich und du bist du. Zusammen sind wir wir. Aber bitte nicht die ganze Zeit!
  16. Nur weil du mein Partner oder mein:e Freund:in bist, muss ich nicht alles super finden, was du tust.
  17. Ich brauche Beziehungen zu Menschen, die mich sehen wie ich bin – nicht wie ich sein sollte.

Über Familie und Herkunft

  1. Ich stamme aus einer dysfunktionalen Familie.
  2. Als Kind hab‘ ich mich zu groß gemacht. Ich habe Verantwortung getragen, die der eines Kindes nicht angemessen ist.
  3. Das, was meine Eltern mir gaben, war alles was sie hatten. Mehr war nicht drin. Ende.
  4. Sie konnten mir nicht geben, was sie selbst nicht gelernt und erfahren haben.
  5. Ich muss nicht verzeihen. Verstehen und darüber milder werden, ist das äußerste, was für mich geht.
  6. Es gibt Dinge und Verhalten, das war und bleibt unverzeihlich! Egal, wie viel ich verstehe.
  7. Dass mir immer so kalt ist, liegt am emotionalen Eingefrorensein meiner Herkunftsfamilie.
  8. Immer ein paar Minuten zu spät sein und mich dann hetzen und stressen, ist Teil des von meiner Familie geerbten (oder von meinen Bezugspersonen erlernten, wer weiß das schon so genau …) Überlebensprogramms auf der Flucht. Mich hetzen und schnell sein, rettet für mein Nervensystem mein Überleben. Mich am liebsten zu Hause einigeln und manchmal vor der Welt verstecken wollen auch. (Stichwort: Sichtbarkeit).
  9. Was in der Familie nicht ausgesprochen wird, arbeitet im Verborgenen weiter. Manchmal über Generationen. Das musste ich schmerzlich lernen. Es hat mich zu der gemacht, die ich war. Und zu der, die ich heute bin.
  10. Familienmuster wiederholen sich so lange, bis jemand anhält, die Dinge ausspricht und STOP sagt. Bei uns war diese Person: ich! Puuuh!
  11. Ich darf glücklich sein und es leicht haben, auch wenn es die Menschen vor mir schwer hatten.
  1. Ich habe ein Recht zu leben!
  1. Ich bin nicht verantwortlich für den Schmerz meiner Familie. Aber ich bin zuständig für das, was ich damit mache.
  2. Ich darf anders sein, als meine Familie es erwartete. Ohne schlechtes Gewissen. Eine große Freiheit, die ich mir erst spät erlaubt habe.
  3. Die Beziehung zu meinen Eltern ist eine, die ich mein ganzes Leben lang weiterentwickle. Auch wenn sie nicht mehr leben.

Über Arbeit und Karriere

  1. Ich kann erfolgreich im falschen Job sein.
  2. In großen Hierarchien bist du ersetzbar. Sofort.
  3. Selbständigkeit ist die würdevollste Art der Arbeit.
  4. Kompetenz und Professionalität & Spaß und Humor widersprechen sich nicht.
  5. Ich brauche keinen Chef, der mich stresst. Das kann ich gut selbst!
  6. Nein zu sagen ist eine Kompetenz. Ich hätte früher damit anfangen sollen.
  7. Was ich wirklich kann, sehe ich oft erst, wenn andere mir den Spiegel halten.

Über das Improvisieren (auf der Bühne und im Leben)

  1. „Ja, und…“ ist besser als „Ja, aber…“ – auf der Bühne und im Leben.
  2. Zuhören – wirklich zuhören – ist die unterschätzteste Fähigkeit der Welt.
  3. Man kann sich nicht irren, wenn man improvisiert. Man kann nur das nächste Angebot annehmen.
  4. Kontrolle ist eine Illusion. Flexibilität ist eine Fähigkeit. Ich wähle lieber das Zweite.
  5. Planung ersetzt Zufall durch Irrtum.
  6. Die besten Momente entstehen oft dann, wenn der Plan aufgehört hat zu funktionieren.
  7. Scheitern auf der Bühne ist lehrreicher als jedes Gelingen. Und mit einem guten Ensemble macht es sogar Höllenspaß.
  8. Ich brauche kein perfektes Skript. Ich brauche Vertrauen in den nächsten Schritt.
  9. Im Leben gibt es keine Generalprobe. Das war anfangs erschreckend – heute finde ich es befreiend.
  10. „You must learn to love the bomb!“ (Stephen Colbert über Fauxpas (?) beim Impro, die es dort aber nicht gibt. Denn es gibt dort nur Entdeckungen.) → Wenn du einen vermeintlichen Fehler begehst, mach ihn größer und liebe ihn. Und liebe die Leute, mit denen du auf der Bühne stehst. Habt Spaß miteinander!

Über Gefühle

  1. Gefühle sind Gäste, keine Bewohner. Sie kommen, zeigen mir etwas, und gehen wieder.
  2. Ich darf traurig sein, und alles doof finden – ohne sofort „positiv denken“ zu müssen.
  3. Wer viel tut muss nicht viel fühlen!
  4. Angst geht nie ganz weg. Ich habe gelernt, trotzdem zu handeln. Das nennt sich Mut.
  5. Ich darf wütend sein! Wut ist eine Botschaft. Sie sagt mir: Hier wird etwas Wichtiges verletzt.
  6. Wut, die ich nicht ausdrücke, sucht sich ihren Weg. Meistens einen höchst ungemütlichen.
  7. Ich muss meine Gefühle nicht immer sofort verstehen und erklären können. Manchmal reicht es, sie zu halten.

Über Veränderung und Wachstum

  1. Veränderung passiert meist nicht durch große Entschlüsse, sondern durch kleine, beharrliche Schritte.
  2. Wachstum ist selten bequem. Es fühlt sich oft zuerst wie Verlust oder scheitern an.
  3. Nicht alles muss sofort Sinn machen. Manchmal erschließt der sich erst Jahre später.
  4. Ich bin die Autor-itätin in meinem Leben. Ich schreibe meine Geschichte.

Über das Leben an sich

  1. Menschen sind komische Leute.
  2. Nein ist ein Satz.
  3. „Kalt“ und „warm“ sind individuelle Aussagen. DIR mag es warm sein. MIR ist es aber kalt. Und jetzt?
  4. Ich muss gar nichts außer Pippi, Kacka, Sterben.
    Hat Oma zu mir als Kind immer gesagt. Richtig verstanden habe ich es erst nach meinem ersten Burnout.
  5. Enttäuschung ist das Ende der Täuschung.
  6. Wir lernen durch Schmerz!
  7. Der größte Schmerz entsteht im Vergleich!
  8. Lachen heilt.
  9. Schreiben auch.
  10. Glück ist eine Überwindungsprämie.
  11. Kreative Menschen brauchen sinnfreie Räume!
  12. Das meiste, worüber ich mir Sorgen mache, tritt nicht ein. Das, was eingetreten ist, war nie das, worüber ich mir Sorgen gemacht hatte.
  13. Zeit ist die einzige Ressource, die ich nicht zurückbekomme. Klingt nach Plattitüde. Ist aber so.
  14. Es gibt immer nur: JETZT!
  15. Schlafen tut mir gut. Aber „Decke übern Kopf“ allein ist keine Lösung.
  16. Das Leben endet stets tödlich. Mach was draus!
  17. Widersprüche gehören zum Leben.
  18. Es gibt mehr als schwarz und weiß. Das meiste liegt in einem komplexen Graubereich dazwischen.
  19. Humor, Blödsinn, Ernsthaftigkeit und Tiefe wohnen im gleichen Haus! Ich brauch das alles.
  20. Es darf mir gutgehen, auch wenn es anderen schlechtgeht.
  21. Ich muss keine Nachrichten anschauen.

Über Dinge, die mein Leben schöner und leichter machen

  1. Frische Blumen in der Vase heben die Laune.
  2. Rosen haben Dornen! Immer noch!
  3. Gegen Dickmaulrüssler helfen nur Nematoden!
  4. Der Gärtnerin beste Freundin ist die Schere.
  5. Natur tut mir gut. Immer. Ich vergesse es oft. Und es stimmt immer wieder.
  6. Wasser trinken ist wichtig!
  7. Betten machen auch. An sich doof, hinterher fühlt sichs aber so an, als hätte ich schon was Tolles geschafft.
  8. Sport auch! Er darf mir keinen Spaß machen. Iiiieh bäh! Und hinterher kann ich mich trotzdem prächtig fühlen. Also: Augen starr aufs Ziel!
  9. Reste aus Kochtopf oder Bratpfanne lösen sich viel leichter, wenn du sie leer auf die noch warme Herdplatte stellst und sofort 2-3 cm kaltes Wasser einfüllst.
  10. Kaffee trinkt man aus einer Kaffeetasse! [Scheeeheeerz! A Must, wegen dem Beitragsbild.] 🤣 – Ich sach nur: Suppentasse ahoi! – Danke, liebe K., fürs Schieflachen und die Doku meiner Kurz-Verwirrung im Februar.
  11. Ein ganz normaler Montag, Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag reicht, um sich Champagner zu gönnen. Ich muss nicht auf besondere Momente warten. Bis dahin ist der Schampus sowieso umm.

So. Da sind sie. Meine über 100 Learnings. Einige davon habe ich hart erarbeitet, einige bekam ich geschenkt, über andere stolperte ich. Und bei manchen hab‘ ich beim Aufschreiben gedacht: „Es wäre geil gewesen und hätte mir einiges erspart, wenn ich das schon früher gewusst hätte.“ – Aber ich weiß es eben erst jetzt. Und ich weiß auch: diese Liste wird leben!

Kinder, seht zu, wie ihr klarkommt und: habt Spaß.

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Deep Shit, mit Humor und Leichtigkeit erzählt.

„Wütend, witzig, weise.“
(Sven Rohde, ehem. Vorstand Kriegsenkel e.V.)

Birgit Ising mit Notebook
Wer schreibt hier eigentlich?

Hi, ich bin Birgit Elke Ising. Ex-Bank-Managerin, Coachin, Autorin, Speakerin und (improvisierende) Schauspielerin. Ich bin Expertin für Transformationsunterstützung. Mit kreativen Coaching-, Theater- und Schreib-Techniken helfe ich dir aus der Schwere ins Handeln.
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