Teil 1 von 4 O-Töne aus der Umfrage
Dieser Artikel ist der Auftakt zu Teil 1 der O-Ton-Serie meiner Umfrage „Eltern kritisieren – darfst du das?“. Alle Teile und Artikel der Serie findest du im Überblicks-Kasten am Ende dieses Artikels.
Du sitzt bei deinen Eltern am Kaffeetisch. Der Kuchen ist gut, das Gespräch plätschert so dahin. Und dann, irgendwo zwischen dem Wetter und den neuen Nachbarn, liegt dir das eine Thema auf der Zunge, über das du schon so lange mit ihnen reden möchtest: Über das, was für dich in deiner Kindheit schwer war, über das, was dich verletzt hat.
- Und dann sagst du es nicht. Wieder nicht.
Warum eigentlich nicht? - Oder du traust dich und es eskaliert. Immer wieder.
Warum eigentlich und wie genau?
Auf diese beiden Fragen wollte ich Antworten haben. Deswegen habe ich meine Umfrage „Eltern kritisieren – darfst du das?“ gestartet. 114 Menschen haben mir erzählt, wie es ihnen mit Kritik an den eigenen Eltern geht. 73 % sagen: Es fällt ihnen schwer oder sogar extrem schwer, mit ihren Eltern über Verletzungen aus der Kindheit zu reden. Die Zahlen dazu findest du in der Auswertung der Umfrage.
Aber nu … Zahlen sind das eine. Ich habe auch gefragt: „Was hält oder hielt dich davon ab, alles zu sagen, was du eigentlich sagen wolltest?“ Darauf kamen über 100 Antworten. Ehrlich, wütend, traurig, manchmal erschreckend lakonisch. Manche nur ein Wort lang. Manche fast eine ganze Lebensgeschichte.
Das Interessante: Fast alles dreht sich um zehn wiederkehrende Gründe.
Weil Mama sofort weint. Weil Papa alles abstreitet. Weil sowieso keiner zuhört. Weil wir Angst haben – vor Wut, vor Strafe oder davor, nicht mehr geliebt zu werden. Weil wir unsere Eltern schonen und nicht verletzen wollen. Weil man Eltern nicht kritisiert. Oder auch: weil wir es irgendwann aufgegeben haben.
Aber es gibt (gottseidank!) noch eine elfte Gruppe: die Menschen, die alles gesagt haben. Die, deren Eltern zugehört haben. Und die, bei denen es nie ein Thema war. Auch sie kommen hier zu Wort.
Jeder der zehn Gründe bekommt in den nächsten Wochen noch einen eigenen Artikel mit den O-Tönen aus der Umfrage. Hier findest du zunächst alle zehn auf einen Blick: was dahintersteckt, eine Stimme, die es auf den Punkt bringt, und den Weg zum ausführlichen Artikel.
Vielleicht findest du dich in einem der Themen wieder. Vielleicht in mehreren. Und vielleicht ist das Wichtigste, was du hier mitnehmen kannst: Du bist damit nicht allein.
Also: Was hindert uns daran, offen mit unseren Eltern über unsere Verletzungen zu reden?
Über 100 Menschen haben mir erzählt, was sie davon abhält, ihren Eltern alles zu sagen. Das sind die 10 Gründe:
- 1. Tränen, Drama, Schuldumkehr
- 2. Leugnen, Abstreiten, Verdrängen
- 3. Kein Raum, keine Reaktion, kein Interesse
- 4. Eltern, die nicht reflektieren können
- 5. Wut, Strafe, Schweigen, Gewalt
- 6. Angst, die Liebe oder die Beziehung zu verlieren
- 7. Die Eltern schonen
- 8. Rücksicht auf die Geschichte der Eltern
- 9. Tabu, schlechtes Gewissen und keine Worte dafür
- 10. Aufgegeben, losgelassen, zu spät
Und am Ende bleiben zwei Gefühle: Angst und Trauer.
↓ Neugierig? Dann los.
1. Tränen, Drama, Schuldumkehr
Du bringst endlich zur Sprache, was dich verletzt hat – und sofort weint deine Mutter.
Knallbummpeng geht es nicht mehr um dich, sondern darum, wie schwer sie es hatte. Was sie alles für dich getan hat. Und wie ungerecht du gerade bist.
Zwölf Menschen aus meiner Umfrage beschreiben genau dieses Muster. Sechs benutzen das Wort „Opfer“.
Ein typischer O-Ton aus der Umfrage:
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Genau das, was du im Newsletter beschrieben hast: Da kamen sofort Tränen und ach, wie schwer sie es doch hatte, aber sie hat ja alles für mich getan etc. Da kann man ja nicht normal weiterreden.
Nr. 35 · anonym
Alle Stimmen und was das für dich heißt:
„Sie macht sich sofort zum Opfer“: Wenn Eltern mit Tränen und Schuldumkehr reagieren (erscheint bald)
2. Leugnen, Abstreiten, Verdrängen
Du erzählst, was damals passiert ist und wie das für dich war, aber du bekommst zu hören: Das war doch gar nicht so. Daran kann ich mich nicht erinnern. Das bildest du dir ein.
Autsch! Augenblicklich stehen nicht nur deine Erinnerung, deine Wahrnehmung, deine Emotionen und deine Wahrheit in Frage, sondern du.
Acht Menschen aus meiner Umfrage kennen das.
Ein typischer O-Ton aus der Umfrage:
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Irgendwann hatte ich keine Lust mehr, weil immer die gleiche Reaktion kam: kein Mitgefühl, kein Verständnis, keine Entschuldigung, nur „das bildest Du Dir ein“.
Nr. 39 · Jutta
Alle Stimmen und was das für dich heißt:
„Das bildest du dir ein“: Wenn Eltern abstreiten, was passiert ist (erscheint bald)
3. Kein Raum, keine Reaktion, kein Interesse
Keine Tränen, kein Streit. Nur Leere.
Du sagst endlich, was dich seit Jahren bewegt. Und es kommt nichts. Nichts! Nichts zurück. Kein Nachfragen, kein Interesse. Stattdessen: Themenwechsel – und du fühlst dich, als wärst du gar nicht da …
Zwölf Menschen aus meiner Umfrage kennen diese Leere.
Ein typischer O-Ton aus der Umfrage:
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Ich hatte nie den Eindruck, dass ich meine Eltern erreiche. Denn es gab keinerlei Reaktionen auf, mein gesagtes, außer ein: aha.
Nr. 105 · anonym
Alle Stimmen und was das für dich heißt:
„Ich hatte nie den Eindruck, dass ich meine Eltern erreiche“: Wenn nichts zurückkommt (erscheint bald)
4. Eltern, die nicht reflektieren können
Vielleicht hast du es gar nicht erst versucht, weil du weißt: Sie würden es eh nicht verstehen. Oder du hast versucht, mit deinen Eltern zu sprechen, aber sie können sich und ihr Verhalten einfach nicht in Frage stellen, nicht auf sich selbst schauen.
Vermutlich haben sie es nie gelernt, hatten nie die Möglichkeit dazu. Oder haben sie sich selbst nie die Chance gegeben, es zu lernen?
Acht Menschen aus meiner Umfrage schreiben davon.
Ein typischer O-Ton aus der Umfrage:
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Es dreht sich immer im Kreis, sie können nicht reflektieren und annehmen. Das tut dann weh.
Nr. 109 · anonym
Alle Stimmen und was das für dich heißt:
„Sie verstehen es eh nicht“: Eltern, die nicht reflektieren können (erscheint bald)
5. Wut, Strafe, Schweigen, Gewalt
Drei Tage Schweigen. Ein Vater, der austickt. Vernichtende Blicke.
Wer so etwas (oder noch Schlimmeres) als Kind erlebt hat, lebt im Daueralarm und hört die Flöhe husten. Und überlegt sich auch später sehr genau, ob es gut ist, den Mund aufzumachen.
Zehn Menschen nennen die Angst vor der Reaktion ihrer Eltern als Grund für ihr Schweigen.
Ein typischer O-Ton aus der Umfrage:
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Meine Mutter wurde schnell emotional (Tränen), kalt (tagelanges Schweigen), aggressiv (Schuldzuweisung und Anklagen).
Nr. 103 · Esther
Alle Stimmen und was das für dich heißt:
Angst vor der Reaktion: Wut, Strafe, Schweigen (erscheint bald)
6. Angst, die Liebe oder die Beziehung zu verlieren
Als Kind emotional instabiler Eltern merkst du früh: Die Beziehung kann ganz schnell wackeln. Es ist deine einzige Mutter, dein einziger Vater, und du bist auf ihre Liebe und Fürsorge angewiesen. Diese Liebe nicht zu verlieren, ist für ein Kind existenziell. Da rüttelst du nicht auch noch dran.
Sieben Menschen aus meiner Umfrage kennen die Angst: die Liebe der Eltern zu verlieren oder sogar aus der Familie geschmissen zu werden, wenn sie aussprechen, was war. Auch heute noch, als Erwachsene.
Ein typischer O-Ton aus der Umfrage:
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Das Gefühl nicht mehr geliebt zu werden.
Nr. 26 · anonym
Alle Stimmen und was das für dich heißt:
Angst, die Liebe der Eltern zu verlieren (erscheint bald)
7. Die Eltern schonen
Sie hatten es doch selbst so schwer. Sie haben sich bemüht und ihr Bestes gegeben. Das, was sie hatten. Mehr war nicht drin.
Also schweigen wir. Aus Verständnis, Rücksicht und Liebe.
Zwölf Menschen aus meiner Umfrage schonen ihre Eltern. Und neun von ihnen schreiben fast denselben Satz.
Ein typischer O-Ton aus der Umfrage:
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Ich wollte meine Mutter nicht verletzen.
Nr. 99 · anonym
Alle Stimmen und was das für dich heißt:
„Ich will sie nicht verletzen“: Warum wir unsere Eltern schonen (erscheint bald)
8. Rücksicht auf die Geschichte der Eltern
Manchmal wissen wir zu viel über unsere Eltern, um ihnen noch etwas zuzumuten. Krieg, Flucht, Gewalt, Krankheit, Alter.
Die meisten Eltern in meiner Umfrage sind Kriegskinder oder kurz nach dem Krieg geboren. Sie haben gelernt, nicht zu klagen. Und wir, ihre Kinder, haben gelernt, sie nicht zu belasten. Was unsere Eltern aus ihrer eigenen Lebensgeschichte nie verarbeiten konnten, sitzt immer mit am Tisch, wenn wir mit ihnen reden wollen.
Das ist das Erbe vieler Kriegsenkel: Wir tragen mit, was unsere Eltern nie aussprechen konnten.
Sechs Menschen erzählen, was ihre Eltern erlebt haben und warum sie selbst deshalb lieber schweigen.
Ein typischer O-Ton aus der Umfrage:
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Meine Mutti ist 89. Ich weiß um ihre Wunden. Sie ist republikflüchtig gewesen und Rückkehrerin in die damalige DDR und das hat sie komplett verändert. Ich möchte ihr nicht weh tun, weil sie psychisch labil ist.
Nr. 93 · Heike
Alle Stimmen und was das für dich heißt:
„Sie sind alt, krank, selbst verwundet“: Rücksicht auf die Geschichte der Eltern (erscheint bald)
9. Tabu, schlechtes Gewissen und keine Worte dafür
Über die eigenen Eltern sagt man nichts Schlechtes. Das steckt tief drin. Und in der Bibel steht: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“ Wer dagegen verstößt, und sei es nur in Gedanken, fühlt sich schnell undankbar oder wie eine Verräterin.
Anderen fehlen schlicht die Worte, weil in ihrer Familie nie über Gefühle gesprochen wurde.
Elf Menschen aus meiner Umfrage schreiben über dieses Tabu und über die Sprachlosigkeit, die dazugehört.
Ein typischer O-Ton aus der Umfrage:
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Eltern kritisiert man nicht.
Nr. 92 · anonym
Alle Stimmen und was das für dich heißt:
„Eltern kritisiert man nicht“: Tabu, schlechtes Gewissen und keine Worte dafür (erscheint bald)
10. Aufgegeben, losgelassen, zu spät
Irgendwann hörst du auf. Weil du weißt, dass es nichts mehr ändert oder nichts bringt. Oder es ist zu spät, weil deine Eltern tot sind.
Vielleicht hast du jahrelang geredet und Briefe geschrieben und irgendwann gemerkt: Es läuft immer gleich ab. Manchmal brechen auch die Eltern den Kontakt ab. Bei einer Teilnehmerin hat die Mutter sie sogar blockiert.
Acht Menschen aus meiner Umfrage erzählen vom Aufgeben. Zwei von ihnen haben ihren Frieden damit gefunden, auch ohne das große Gespräch.
Ein typischer O-Ton aus der Umfrage:
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Ich habe seit 35 Jahren versucht, alles zu sagen, aber es funktioniert nicht. Sie sitzen auf dem Thron. Punkt.
Nr. 80 · Monika Probst
Alle Stimmen und was das für dich heißt:
„Bringt eh nichts“: Wenn wir aufgegeben haben (erscheint bald)
Gegenstimmen: Alles gut, alles gesagt oder es war nie ein Thema
Halleluja. Bin ich dankbar! Denn es gibt auch die anderen Teilnehmer:innen in meiner Umfrage. Die, die sagen: Bei mir war das nie ein Thema. Es war gut. Ich konnte alles sagen. Oder: Ich habe alles gesagt.
Ich gebe zu: Ich sitze manchmal viel zu sehr im eigenen Saft. Ein bisschen wie eine alte Freundin von mir, Strafrichterin, die glaubt, die Welt sei voller Verbrecher.
Diese Antworten machen mir Hoffnung, weil sie zeigen, dass es auch anders geht: Es gibt Eltern, die zuhören und ihren Kindern erklären, warum sie etwas entscheiden. Und Kinder, die von klein auf sagen dürfen, wie sie sich fühlen.
Hier sind ihre Stimmen:
O-Töne aus der Umfrage:
„Ich habe alles gesagt“
Zur Einordnung:
Meine Frage war: „Hast du schon mal versucht, mit einem Elternteil darüber zu sprechen, was als Kind schwer für dich war?“ Diese fünf Menschen haben mit „Ja, mehrmals“ geantwortet. Hier sind die Antworten auf meine nachfolgende Frage:
„Was hält oder hielt dich davon ab, alles zu sagen, was du eigentlich sagen wolltest?“
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Wenig. Ich habe fast alles gesagt, was ich in Bezug auf mich für wichtig hielt zu klären, egal wie die Reaktion ausfiel.
Nr. 12 · anonym
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Ich habe alles gesagt.
Nr. 20 · anonym
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Was ich sagen wollte, durfte ich aussprechen und wir haben darüber geredet. Es war nicht immer leicht, für beide Seiten. Aber meine Eltern haben für sich gelernt, dass Reden und Aussprechen hilft. Das haben sie dann auch auf uns Kinder angewendet.
Nr. 88 · anonym
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Nix.
Nr. 102 · anonym
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Es gab […] nicht viele Situationen, in denen ich mich von den Eltern unfair behandelt gefühlt hätte, deshalb gab es auch nicht wirklich Gründe, sie zu kritisieren. Meine Eltern waren und sind immer sehr verständnisvoll, versetzten sich in meine Situation hinein (auch schon als ich ein Kind war) und erklärten mir ihre Gründe für ihre Entscheidungen, wenn sie zum Beispiel zu etwas Nein sagten. Ich habe den Umgang immer als respektvoll empfunden. Wenn mir etwas nicht gepasst hat, habe ich es in dem Moment einfach gesagt und sie haben dann mit mir darüber gesprochen, wieso ich etwas will und ob man es doch möglich machen kann oder mir eben erklärt, wieso sie Nein sagen müssen. Sie haben niemals Nein gesagt, nur weil es in dem Moment bequem für sie gewesen wäre, sondern immer versucht, auf meine Wünsche und Bedürfnisse einzugehen. Sie haben uns Kinder immer motiviert, unsere Meinung auszusprechen und diese auch ernst genommen. Ich habe keine „Verletzungen“ von damals, die ich aufarbeiten müsste, aber mich nicht traue. Wenn mich etwas am Verhalten der Eltern störte, hätte ich es in dem Moment gesagt. Dann wären es aber Kleinigkeiten gewesen und ich wüsste gerade gar kein Beispiel …
Nr. 95 · anonym
O-Töne aus der Umfrage:
„Für mich war das nie ein Thema“
Zur Einordnung: Für diese drei Menschen war es nie ein Thema, mit ihren Eltern über Schweres zu reden. Ich habe daraufhin gefragt:
„Magst du erzählen, warum es für dich nie ein Thema war – und ob es trotzdem mal Momente gab, wo kurz was aufblitzte?“
“
Ich hatte einfach nie das Bedürfnis, meinen Eltern solche Fragen zu stellen. Ich müsste länger darüber nachdenken, ob mir etwas einfallen würde.
Nr. 11 · anonym
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Es gab keine Konflikte die ich aufarbeiten muss.
Nr. 96 · anonym
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Ich empfinde meine Kindheit größtenteils – trotz einiger Dinge, die besser hätten sein können – als gut. Meine Eltern haben Macken, aber sie lieben mich. Viele ihrer Macken kann ich verzeihen.
Nr. 89 · anonym
Was das für dich heißt:
Es geht auch anders.
Wenn du beim Lesen von Kapitel 11 einen kleinen Stich gespürt hast: Das ist völlig okay. Mir geht es immer so: Ich freue mich für die Menschen, die das so erlebt haben, und gleichzeitig nagen in mir Trauer, dass ich das so nie erlebt habe und Neid (auch habe wolle!) …
Doch diese Antworten sind sooo wichtig! Denn sie zeigen, was grundsätzlich möglich ist. Vielleicht nicht mehr für dich mit deinen Eltern. Aber für dich mit den Menschen, die dir heute nah sind, zum Beispiel deinen Kindern oder Enkelkindern.
Muster lassen sich unterbrechen. Egal, wo du gerade stehst.
Zum Mitnehmen: Was möchtest du anders weitergeben, als du es selbst erlebt hast?
Fazit: 10 Gründe – 2 Gefühle
Zehn Gründe, warum wir unseren Eltern nicht alles sagen. Wenn ich sie nebeneinanderlege, bleiben am Ende zwei Gefühle übrig: Angst und Trauer.
Die Angst vor dem, was passiert, wenn wir den Mund aufmachen. Und davor, die Liebe unserer Eltern zu verlieren. Und die Trauer darüber, dass unsere Eltern uns emotional nicht geben konnten, was wir gebraucht hätten – und es wahrscheinlich auch nicht mehr können.
Diese Trauer darf wehtun. Und trotz pieksiger Neidgefühle können wir den anderen gönnen, dass sie gut mit ihren Eltern reden können.
Wenn du erkennst, dass Gespräche mit deinen Eltern nichts mehr verändern, dann such dir andere Menschen. Menschen, mit denen du darüber reden kannst, was in deinem Leben schwer ist oder war.
Denn es gibt nur eine Person, die für deine Zukunft und dein Wohlbefinden verantwortlich ist. Das bist du selbst. Die Zuständigkeit deiner Eltern ist beendet. Punkt!
Das hier war die Kurzfassung. In den einzelnen Artikeln zu den zehn Gründen findest du alle O-Töne aus der Umfrage und noch mehr Hintergründe. Krass, was da zusammengekommen ist, und erstaunlich, wie sehr sich die Aussagen ähneln. Das hilft dir, dich nicht mehr wie von einem anderen Stern zu fühlen und zu erkennen: Du bist nicht allein mit deinen Empfindungen und Erfahrungen.
In Teil 2 geht es dann um das, was für die Teilnehmer:innen meiner Umfrage am schwierigsten war oder ist.
Die Zahlen zur Umfrage findest du in der Auswertung.
Die Serie zur Umfrage
„Eltern kritisieren – darfst du das?“
0
Die Auswertung in Zahlen
73 % fällt es (extrem) schwer, mit ihren Eltern über Verletzungen aus der Kindheit zu reden.
→
1
O-Töne aus der Umfrage
Mit Eltern über die Kindheit reden: 10 Gründe, die uns hindern, alles zu sagen
→
1.1
„Sie macht sich sofort zum Opfer“
bald
1.2
„Das bildest du dir ein“
bald
1.3
„Ich hatte nie den Eindruck, dass ich meine Eltern erreiche“
bald
1.4
„Sie verstehen es eh nicht“
bald
1.5
Angst vor der Reaktion
bald
1.6
Angst, die Liebe zu verlieren
bald
1.7
„Ich will sie nicht verletzen“
bald
1.8
„Sie sind alt, krank, selbst verwundet“
bald
1.9
„Eltern kritisiert man nicht“
bald
1.10
„Bringt eh nichts“
bald
2
O-Töne aus der Umfrage
Was am schwierigsten war
Erscheint bald
3
O-Töne aus der Umfrage
Was wir uns von unseren Eltern im Gespräch gewünscht hätten
Erscheint bald
4
O-Töne aus der Umfrage
Wie wir heute damit umgehen
Erscheint bald
5
Mein Fazit
Nicht gehört, nicht gesehen, nicht angenommen. Und jetzt?
Erscheint bald
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Eingefroren in der Zeit.
Ein guter Einstieg ins Thema Ahnentrauma. Du brauchst keine Vorkenntnisse. Nur Lust auf Geschichten. Skurrile Geschichten.
Deep Shit, mit Humor und Leichtigkeit erzählt.
„Wütend, witzig, weise.“
(Sven Rohde, ehem. Vorstand Kriegsenkel e.V.)

Wer schreibt hier eigentlich?
Hi, ich bin Birgit Elke Ising. Ex-Bank-Managerin, Coachin, Autorin, Speakerin und (improvisierende) Schauspielerin. Ich bin Expertin für Transformationsunterstützung. Mit kreativen Coaching-, Theater- und Schreib-Techniken helfe ich dir aus der Schwere ins Handeln.
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