Businessrückblick Oktober 2022: Von „Es werde!“ zu „Es wird.“

Veröffentlicht am Kategorisiert in Business, Kriegsenkel & Ahnentrauma, Rückblicke

Es war klar, dass sowas wie ein Angebot entstehen muss. Nur was? Na los, erstmal Content erzeugen, den Auftritt und meine Personen-Marke weiter aufbauen. Der Rest ergibt sich. Das Haupt-Hamsterrad-Ding: die Webseite zu WordPress umziehen. Trotz innerer Ausklinke-Schwierigkeit. Ein ganzer Monat komplette Versenkung an meinem Schreibtisch! Und mein Schatz, der sich um „all den Rest“ kümmerte. Mein Klicki-Bunti-Schreib-und-Freiheits-Support. Dafür bin ich sehr dankbar, Andi!

Uff! Mein Kampf ums Abtauchen. Meine Webseite zieht um.

Halleluja! Was für ein Berg! Im September-Rückblick las es sich noch so „… ich werde in Kürze noch einmal relaunchen und zu WordPress umziehen.“ Dass mich dieser Halbsatz mit elf Wörtern den ganzen Monat komplett abtauchen lassen würde, ahnte ich da noch nicht. Aber schon nach zwei Tagen war klar: Um in vier Wochen durchzukommen brauchte ich einen komplett freien Rücken. Die Traute, mich völlig aus dem Familienleben auszuklinken hat mich einige innere Anstrengung gekostet! Für „Schatz, ich bin diesen Monat raus! Kannst Du dich bitte um das Alltags-Bla-Bla kümmern? Also, äääh, ich mein‘: KOMPLETT, um ALLES?“ brauchte ich viel Mut. Ich, typisch Kriegsenkelin, befürchtete Kritik, Liebesentzug und malte mir Beziehungs-Katastrophen-Szenarien aus. Das macht er nicht mit, war ich mir sicher. Innerlich war ich schon fast geschieden.

Was in Wirklichkeit passierte war, dass der Liebste mittags von unten flötete „Liiiiiebling, Essen ist fertig. Kommst Du bitte?“ und ich zwischendurch immer wieder fragte, ob er denn auch nicht sauer sei. Erst mit seinem täglichen „Nee, wieso sollte ich?“ gab ich mir die Erlaubnis zum Weitermachen. Jeden krassen Tag.

Inzwischen weiß ich, dass es typisch für Menschen mit Bindungstrauma ist, die Grundfeste von Beziehungen in Gefahr zu sehen, wenn sie sich um ihren eigenen Kram kümmern und nicht für Andere liefern und leisten. Das ist auch bei mir so und das bleibt vermutlich immer so, aber ich kann heute einigermaßen damit umgehen, z.B. indem ich mich durch Fragen wieder auf meine eigene Spur bringe. Darauf bin ist stolz. Es macht’s nicht einfach, aber einfacher!

So konnte ich mich also mit Zeugs beschäftigen, von dem ich vorher nicht einmal wusste, dass ich es können würde: WordPress-Technik statt Wix-Geklicke, neuen Hoster auswählen, alte Domain mit neuem Hoster verbinden, ohje was mach ich mit dem Postfach?, rechtssicheres Impressum, Datenschutz-Erklärung, Auftragsdatenverarbeitungsverträge (was ein Wort!) abschließen, Permalinks, Themes, Editoren, Plugins, Datensicherung, CSS, Google-Fonts rechtssicher einbinden (damit ich nicht abmahngefärdet bin), Kategorien, Inhaltsverzeichnis, Cookie-Banner, Newsletter-Anmeldung. Puh! Und dann soll die neue Seite auch noch schön aussehen und die Inhalte der alten Seite müssen rübergeschlürft werden. Also Copy & Paste mit Textschliff.

Geholfen hat mir dabei das Kurs-System von The Content Society, in dem ich mich durch die kurzen Anleitungs-Video klickte und hinter jedem Button ein Stückchen webschlauer wurde. Mein großer Dank geht an Judith Peters und ihr Team, das alle meine Fragen so schnell und mega-kompetent beantwortete. Yay!

Was Du auf meiner neuen Seite hier bereits sehen kannst, ist der Anfang. Da kommt noch einiges: Die Homepage zeigt noch auf die Blogbeiträge. Die neue Startseite entsteht jetzt im November.

And, Baby I know: Diese sieben Wörter bedeuten viel Hirnschmalz und viel Arbeit.

Der Blog füllt sich

Immer wenn ich ein Kapitel vom Technik-Kung-Fu abgehakt hatte, belohnte ich mich mit Schreibzeit. Die fand dann im Wohnzimmer statt, während der Schatz um mich rum pusselte oder las. So konnte er mich wenigstens sehen. Haha.

Hier meine Oktober-Blogartikel:

Mein persönliches Schreibziel „Einen Blogartikel pro Woche“ hab‘ ich damit geknackt. Wenn du dich nun fragst, wie ich das auch noch geschafft habe, sag‘ ich: keine Ahnung. Ich weiß nur, dass sich Schreiben für mich leicht und überhaupt nicht nach Arbeit anfühlt. Also let‘s say: in the Pausen. Hihi.

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Spring ins improvisierte Lesen: Bunte, bildhafte Sprache, wild und inspirierend. Poesie & Worterfindungen. Klartext mit Humor. Ahnentrauma hin oder her.

Mein Angebot entwickelt sich. Mit POPULÄR!

So Puppe. Wie auf dem Fischmarkt in Hamburg leg‘ ich jetzt noch einen oben drauf. Nämlich, also, äääh, ich bin ja da noch in so einem anderen Programm. Nicht, dass etwa Langeweile aufkommt.

Im sechsmonatigen Power-Programm POPULÄR! von Marike Frick geht es bis Anfang Januar erstmal um Folgendes:

Ich bring‘ mein Business auf den Punkt

  • Ich definiere meine Zielgruppe.
    Kriegsenkelinnen.
  • Ich finde meine Nische.
    Frauen, die sich eine liebevollere Beziehung zu ihren alten Eltern wünschen
  • Ich formuliere mein Business in 3 Sätzen.
    Viele Frauen schämen sich, wenn sie ihre alten Eltern schroff behandeln. Sie wären gern liebevoller, aber durch deren grantige, abweisende und gefühllose Art fällt es ihnen schwer.
    Ich erkläre ihnen, dass das Verhalten ihrer Eltern mit traumatischen Erfahrungen im Krieg zu tun hat und zeige ihnen mit leichten Schreib- und Spieltechniken, wie es ihnen gelingt, ihre Eltern und deren Geschichte besser zu verstehen.
    Danach haben sie endlich wieder Lust, ihre Eltern zu besuchen und ihr Verhältnis wird lockerer und sanfter.
  • Ich finde einen knackigen Startseitensatz.
    Endlich eine liebevolle Beziehung zu deinen alten Eltern
    Ich zeige dir, wie dir das gelingt
  • Ich bring‘ mehr Wumms in meine Webseite.
    Work in progress, gibt noch nix zum Gucken.

Schreib‘ mir gerne in den Kommentaren, ob dich meine (vorläufigen?) Ergebnisse ansprechen. Für deine Anregungen und Ideen bin ich dankbar.

Nächstes Jahr wird’s bei POPULÄR! dann noch um die Themen „Locke Kund:innen an“, „Heb‘ dich von der Masse ab“ und „Promote deinen Content und dein Business“ gehen. Ich werde berichten.

Ein ganz besonderer Theaterabend mit Kriegsenkel-Fragen. Mitten ins Herz.

Foto: Familie Holzapfel

Das war ein außerordentlicher, ein sehr berührender TheaterabendHalt! – Mutter mit Kind kann gehen!“.

Ein Vier-Generationenstück meiner Freundin Claudia Holzapfel über das, was uns Jüngeren von den Fluchten unserer Eltern und Großeltern noch in den Knochen steckt.

Drei Augenpaare, Mutter, Tochter und Enkelin fragen sich: Was haben unsere Gene gespeichert, was tragen wir unter der Haut? Läßt uns reflexartig reagieren? Was sitzt uns im Körper, erscheint uns in Träumen? Läßt uns immer noch flüchten, einen Hinterhalt vermuten ? Und was gibt uns Halt? Hält uns zurück? Was halten wir fest? Wie halten wir Freiheit aus? Wie halten wir uns  aus? Wann halten wir inne? Denn viele Kriegsenkel:innen treiben die gleichen Themen: Gehen müssen. Bleiben wollen. Gehen wollen. Ankommen. Immer wieder.

Eine Groß-Mütter-Tochter-Performance. Bilder, entstanden aus den Erzählungen der Großmutter, poetische Texte der Mutter, Videos der Tochter. Nach der ersten Vorstellung im Sommer fand Claudia beim Aufräumen im Keller eine vergessene Tonaufnahme ihrer Großmutter. In der berichtet diese über den Moment ihrer größten Angst. Nun bildet die Aufnahme den Schluss des Stückes: Die Ahnenstimme aus der vierten Generation.

Ein Abend zum Innehalten, Verstehen und Weinen. Bezaubernd. Poetisch und erschreckend schön! Und so wichtig!*

Für mich war darüber hinaus besonders, dass Claudia nach der Vorstellung zu mir sagte, mein Buch „Eingefroren in der Zeit“ habe sie in der Phase der Stückentwicklung begleitet. Wow!

Was sonst noch los war im Oktober

  • Arbeit an meiner Startseite für www.birgit-ising.com.
  • Das Monatsanfangswochenende wie immer in Karlsruhe: Modul 15 der K.I.S.S. Ausbildungsreihe zur improvisierenden Bühnenprofitesse bei Nicole Erichsen und Gunter Lösel. Thema: die Beziehung zum Publikum, die vierte Wand, die Feedbackschleife, meine Künstlerinnen-Persönlichkeit. Wieder nix von der Stadt gesehen.
  • Mittagspausen in the City. Bei strahlendem Sonnenschein und ohne Socken!
  • Probenstart für das nächste klassische, absurde Theaterstück und der Regie von Thomas Wenzel: „Bandscheibenvofall – Ein Abend für Leute mit Haltungsschäden“ von Ingrid Lasund. Es geht um ein cholerisch-narzistisches Umfeld im Business und darum, was das mit den Menschen macht. Ich spiele Frau Schmidt, der man nicht ansieht, dass sie die Nächte durcharbeitet. Pruuhaha! Woher kann‘ ich das?
  • Die zweite Nacht im Dachzelt. Vier Grad, Bodenfrost – und ein bestellter Traum wird wahr: Morgens Rehe mit Hirsch neben dem Zelt.
  • Schreibkurs mit Doris Dörrie. Ich feier mich dafür, dass ich mich getraut habe, ihr einen in sieben Minuten zusammen geballerten Text vorzulesen und dafür, dass sie den Eierschneider super findet. Herzklopf!
  • Miss Daisy, mein Auto, hat Winterreifen! Mal rechtzeitig. Hatte ich ihr versprochen.
  • Und dann noch: Spontanbesuch von Raluca aus Rumänien. Wir hatten uns 10 Jahre nicht gesehen und haben da weitergemacht, wo wir aufgehört hatten. That‘s what Freundschaft feels like!
  • Und einige wunderbare Abendessen mit Freunden und bei unserem Lieblings-Italiener Amir, der eigentlich ein Perser ist: Eat Italian in Bonn. Unsere Außenküche umme Ecke.

* Danke, liebe Claudia. Danke Susanne (ihre Mutter), danke Stella (ihre Tochter) und herzlichen Dank an die Großmutter.

Und wie war dein Oktober so?

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