Meine besten Tipps gegen Schreibblockaden

Veröffentlicht am Kategorisiert in Schreiben

Die ultimative Anti-Schreibblockade-Liste. Meine besten Tips für deinen inneren Schreibtiger. Damit er weiter brüllt, jagt und schnurrt, rumdöst, Kraft schöpft, sich die Sonne auf den Pelz brennen lässt, um dann im richtigen Moment voll da zu sein und ansetzen kann zum Sprung – zum wilden, gefährlichen Schreibsprung.

Was, wenn das Schreiben nicht flutschen will? Wenn du einfach nicht drankommst an dein Thema, an deinen Schreibtisch, in deinen Flow? Hast du Angst vorm weißen Blatt? Ich sag‘ dir was: Bei mir fängt die Schreibblockade schon viel viel früher an. Da hab ich noch gar keinen Zettel vor mir.

Die Blogparade #SchreibblockADE

Mit diesem Blogartikel folge ich einem Schreib-Aufruf von Daniela „Linguistsway“ Pokorny, der Conversion Story Writerin, Expertin für Websitetexte, Schreibmentorin und Journaling-Coachin aus Wien. In ihrer Blockparade #SchreibblockADE2022 fragt sie in der Blogger:innen-Szene der The Content Society nach den besten, ganz persönlichen Schreibtipps, um dem Phänomen Schreibblockade, das Schreibende immer wieder trifft, zu begegnen.

Ich freue mich, daran teilzunehmen und teile gerne meine Gedanken. Vielleicht sind sie speziell, denn die Angst vorm weißen Blatt kenne ich Null, gar nicht. Wenn ich erstmal sitze, dann flutscht es bei mir eigentlich immer. Meine Blockade-Schweinehunde sitzen woanders. Sie bewachen meinen Schreibtisch! Zähnefletschend und knurrend. Aber lies einfach selbst.

Guter Kontakt zu dir selbst

Ich mache wichtige Dinge. Immer. So wichtige, dass ich das Wesentliche darüber vergesse. Das flutscht mir dann weg. Und abends denke ich: „Mist! Eigentlich wolltest du doch schreiben.“ Ich bin aufgewachsen mit dem Antreiber-Satz „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Arbeit ist schwer, Arbeit ist Abrackern, Arbeit ist Dinge schaffen, erledigen, wegräumen. Haufen beseitigen. Den Hereinspülungen des Lebens gerecht zu werden. Alles was leicht ist, kann gar keine Arbeit sein. Wert sowieso nichts. Schreiben ist leicht.

So ertappe ich mich dabei, meine Schubladensysteme umzuorganisieren oder die CD-Sammlung zu digitalisieren oder alte Akten zu scannen und ins digitale Nirwana zu legen, damit „das alles hier wegkommt“ und ich endlich Platz habe für später. Platz für mich, meine Kreativität, Platz zum Schreiben. In meiner Glaubenswelt kommt Schreiben immer erst danach. Erst wenn alles fertig ist, dann darf ich. Vorher gibt‘s dafür keine Erlaubnis.

Wenn ich in diesem Rödel bin, dann habe ich keine Schreibzeit und ich merke nicht einmal, dass ich sie „eigentlich“ haben möchte. Das Andere, das Große, das Unbewältigbare, die Arbeit verstellt mir den Weg. Und wie ein Junkie schmeiße ich mich mit meinem ganzen Wesen hinein, damit ich dann später … – Ich hoffe, dass es irgendwann so weit sein wird. Mein Schreiben, mein Vergnügen. Aber echt! Hoffnung ist so Scheiße! Sie macht starr, inaktiv, abhängig.

Das will ich nicht. Wenn es mir gelingt, das in den Anti-Schreib-Momenten zu erkennen, mich bei diesen alten automatischen Gedanken zu beobachten oder mich mit angeworfenem Rödelmotor zu erwischen, muss ich innerlich grinsen. Das ist immer das erste: Das innerliche Grinsen. Es ist wie das Ende eines alten struppigen Wollfädchens. Wenn ich das zu packen kriege und daran ziehen kann, dann kann ich den ganzen alten Unrat Stück für Stück ans Licht und an die frische Luft des Bewusstseins zerren. Erst dann erkenne ich mein EIGENTLICH.

Wer viel tut, muss nicht viel fühlen

Gunter Lösel
(Improvisateur, Schauspiellehrer, Autor)

Ich sehe, dass mein Rödelmodus ein altes Muster ist, das mich beschäftigt hält, um mich vor dem Kontakt zu mir selbst zu schützen. Vor dem, was da alles gesehen und gefühlt werden will. Und aufgeschrieben. Deshalb ist ein guter Kontakt zu mir selbst meine allererste Voraussetzung, um das Schreiben überhaupt zulassen zu können, um mir selbst die Erlaubnis zu geben.

Und dann ist mir klar: „Birgit, du musst dich doch einfach nur hinsetzen.“ – Aber hinsetzen ist meine größte Hürde. Denn das darf ich ja nicht, weil Schreiben einfach ist und auch keine richtige Arbeit. Außerdem liegt da noch die Wäsche, und ohgott der Keller …

Die Stimmen. Das Gezeter aufschreiben.

Wenn ich es schaffe, mich hinzusetzen, dann sitze ich nicht allein. Da ist noch wer. Augenblicklich kommt der Rabe, mein Ermahner angeflattert, macht einen unglaublichen Wind und lässt sich auf meiner rechten Schulter nieder. Da sitzt er dann, der schwarze Krächzer, und erinnert mich daran, was ich, die Faule, ich, die Unmögliche, nun wieder alles liegen lasse. Er zetert und kreischt.

Aber wenn ich erst einmal sitze, dann sitze ich. Ich lasse ihn palavern und schimpfen und meist hört er nach einer kurzen Weile von selbst auf und guckt mir neugierig zu oder schüttelt das Köpfchen, seufzt kurz, Aufgeben im Blick und muckelt sich unter seinem Flügel ein. Dann denke ich: „So ist’s recht.“

An manchen Tagen, wenn mir das Gezeter zu vehement wird und nicht nachlassen will, nehme ich mein Journal und den Graustift zur Hand. Der gehört dem Raben. In grau schreibe ich alles auf, was er mir vorwirft und entgegen schleudert. Ich schreibe seine Wörter mit seiner Stimme. Er merkt, dass ich ihn nicht verscheuche, sondern ihn ernst nehme, ihm zuhöre. Wenn er alles gesagt hat und ich es aufgeschrieben habe, legt sich der Wind und es kehrt Stille ein. Friedliche Ruhe.

Die Rabenstimme verstummt, er legt sich entspannt ins Körbchen, sein Nest.
Ich lege den grauen Stift zur Seite und beginne mit meinem Schreiben.

Protect your Schreibzeit!

Meine Schreibzeit wird nicht nur von mir selbst torpediert, sondern auch von anderen. Denke ich. Denn in den Augen der Anderen muss es ja auch so sein, dass sie mein Schreiben als Spielerei, als Luxus, als Zeitvertreib betrachten. Aber: Tun sie das wirklich? War Punkt eins. Hammwer schon. Haken dran.

Aber manchmal ist es ja wirklich so, dass andere Menschen, Kinder, Gatten, Arbeitskolleg:innen in unsere Schreibzone rumpeln und meinen, wir könnten doch mal eben schnell „diiiesen einen Anruf“, „kurz ‘ne Stulle“ oder was auch immer machen.

Wie also kannst du deine Schreibzeit beschützen? Klassisch ist der Zettel an der Tür BITTE NICHT STÖREN. Aber nun steht er ja schon vor dir, der Anforderer, hat das Schild übersehen oder ignoriert und die heilige Schwelle ist übertreten.

Bei mir ist dann „Nee, is nich‘!“ meine innere Grundausstrahlung. „Kann jetzt nicht.“ wäre mir zu schwach. Meinem Mann gegenüber hilft „Schatz, es sieht zwar so aus, als sei ich grad hier, aber ich komme erst in einer Stunde. Ok?“ Das ok mit Fragezeichen setzte ich immer hintendran. Noch viel zu lernen sie hat! Wird aber besser.

Meine Schreibfreundin, die Autorin und Lyrikerin Milda Pretzell hat mir für diese Momente folgenden Satz geschenkt. Einfach. Klar. Präzise. Und wahr. Vor allem wahr.

Schreiben ist nicht Muttis Hobby!

Milda Pretzell

Der ist mein Rettungsanker. Mein Werkzeug, das ich immer in meiner Känguruh-Beuteltasche habe. Der funktioniert. Aber nur, wenn ich ihn mir selbst glaube. Pruhaha.

Tu‘s! Trainiere deinen Schreibmuskel.

Schreib! Setz dich hin und tu‘s. Schreib Morning-Pages, wie es Julia Cameron im Buch „Der Weg des Künstlers“ beschreibt. Jeden Morgen. Als erstes. Nix Mailcheck, nix kurz Wäsche rein, nix Social media. Erst schreiben: Was ist, was war, was da ist. Schreib alles auf, alles, was dir in dem Moment in den Sinn kommt. Wenn nichts kommt, schreib „Es kommt nix.“, schreib solange „Es kommt nix.“ bis wieder was kommt. Und irgendwas kommt immer.

Notfalls nimm den Graustift und hör deinem inneren Kritiker zu, dem Raben oder welche Gestalt auch immer es bei dir ist. Der hat doch immer was zu kamellen. Oder nimm ein Wort, das dir gerade einfällt. Zitrone, Regenschirm, Stau, egal was. Nimm dieses eine Wort und fange deinen Text an mit „Ich erinnere mich an Zitronen.“ oder „Ich erinnere mich an meinen ersten Regenschirm.“* und schreib drauflos. Zehn Minuten lang, jeden Morgen. Zehn Minuten gehen immer. Wenn nicht am Morgen, dann am Abend. Nenn es, wie du es willst: Morning-Pages können auch Evening-Pages sein oder Beim-Espresso-nach-dem-Mittagessen-Pages. Guck, wann und wo‘s für dich passt, aber tu es!

Vermutlich kannst du 98% dieses Geschreibs in die Tonne kloppen, aber ich bin sicher, dass du in manchem einen Gedanken findest, der sich lohnt, weiter ausgebreitet zu werden. Oder eine Geschichte, die erzählt werden will, schimmert durch. In allem steckt Glitzer. In allem steckt Gold. Es will nur entdeckt werden.

Nichts banal. Es lohnt sich, alles aufzuschreiben.

Doris Dörrie

Ein wunderbarer Nebeneffekt ist, dass du nach einer Weile regelmäßiger Übung erkennst, was dich wirklich umtreibt. Themen, an denen du immer wieder kleben bleibst, werden sichtbar. Und: du lernst dich selbst besser kennen. So stärkst du immer mehr deine schreibende Persönlichkeit, deine Autor:innen-Persönlichkeit. Du wirst deine AUTORität:in!

Fuck Quality!

Sei fies, sei schlecht. Mach Fehler. Schreib unterirdisches, belangloses Zeug, nicht Großes, nichts Wesentliches, nichts Weltbewegendes. Produziere keine Literatur. Schreib, wie dir der Schnabel gewachsen ist. Brülle, fluche, schimpfe, beleidige, bewundere, beneide, liebe, hasse, egal. Es ist alles deins und gehört nur dir. Niemand wird es lesen, wenn du es nicht willst.

Es ist nämlich noch kein Text. Dein Geschreib wird erst dann zum Text, wenn du es mit anderen teilst. Du kannst damit machen, was du willst. Du hast alle (!) Erlaubnisse. Lass dich von der eigenen Leine, der Leine deiner Konventionen, deiner Erziehung, der Leine deines Business-Ich. Sei wild und frei und spiele. Probiere aus und improvisiere.

Produziere Wörter und Sätze.

Wenn ich anfange zu schreiben, habe ich oft keinen Plan von dem, was da entstehen will. Ich vertraue dem Prozess und lasse mich ein, egal, wohin der Weg mich führt. Ein Gedanke folgt dem nächsten. Wie Perlen auf einer Schnurr fügt sich eins ans andere und oft bin ich überrascht davon, wo es mich hingetragen hat.

Den für mich entspannendsten Satz habe ich zu Beginn eines Co-Writings in meinem Kreis der Schreibenden gehört. Eine der Autorinnen antwortete auf die Frage „Was hast du dir für heute vorgenommen? Was wirst du schreiben?“:

Ich habe keine Ahnung, was ich heute schreiben will.
Ich produziere erstmal nur Wörter und Sätze.

Mitglied meines Schreibzirkels
(weiß nicht, mehr wer)

Das ist es. Wörter und Sätze zu produzieren. Nicht mehr. Eine Stunde lang, zwei Stunden lang. Produziere Material, mit dem du morgen weiterarbeiten kannst. Jetzt brauchen wir erst einmal Buchstaben. Mehr nicht. Denn wenn du keine Buchstaben hast, kannst du auch nichts überarbeiten.

Don‘t Zettel around

Früher habe ich für meine Notizen Post-its benutzt, Memo-Boards, Flip-Charts, fliegende Zettel, verschiedenste Dateien, wild über meinen Computer und mein Leben verteilt. Oft fand ich meine genialsten Ideen, die wunderbarsten Gedichte nie mehr wieder.

Inzwischen habe ich ein Bullet-Journal, ein einziges Notizbuch, in das ich alles schreibe. Jedes To-Do, jede Idee, jeden Text, der unterwegs entsteht und meine Morning- oder Wann-auch-immer-Pages. Wichtig ist, dass die Seiten nummeriert sind. Das Notizbuch erhält dann ein Inhaltsverzeichnis mit den Referenzen auf die jeweiligen Seiten. Dann muss ich nur noch in den Büchern wühlen und keine zerknitterten Kleinstzettel mehr aus irgendwelchen Jackentaschen fischen.

Wichtig: Wenn das Notizbuch voll ist, lese ich es noch einmal komplett durch bevor ich es ins Regal stelle. Bewaffnet mit einem Leuchtstift markiere ich das verborgene Gold und den Glitzer. Diese Passagen diktiere ich in meinen zentralen Ordner „Ideen“ auf meinem Computer und notiere in der Datei, in welchem Notizbuch das Original-Schreib zu finden ist. Falls ich später nochmal reinschauen möchte. Zum Glitzerdiggin‘.

Meine Schreibherde

Nichts motiviert mich mehr zum Dranbleiben als ein Kreis Gleichgesinnter. Such dir einen Schreibzirkel, einen Kreis der Schreibenden. Egal ob im richtigen Leben oder online. Ohne meinen Kreis der Schreibenden hätte ich mein Buch niemals beendet und es trüge nicht den Titel „Eingefroren in der Zeit„. Wir trafen uns jeden Morgen um 6:00 zum Schreiben. Online! Zum Austausch, zum Jammern, zum Vorlesen, zum um-Rat-fragen. So ein Kreis trägt dich. Welch eine Inspirationsquelle!

Ich bin in den Schreibzirkeln von Monika Stolina und in The Content Society von Judith Peters. Schau dich um und guck, was zu dir passt. Es gibt unzählige Angebote.

Keine Zeit? Bullshit.

Als ich mich entschieden hatte, mein erstes Buch zu schreiben waren meine Tage auch ohne dieses Projekt schon übervoll. Ich hatte eigentlich keine Zeit. Mir blieben nur die Tagesränder. Abends zu schreiben kam für mich nicht in Frage. Aus Selbstschutz. Ich hätte die Nächte durch geschrieben. Keine gute Idee.

Also traf ich mich morgens um 6:00 mit meiner Schreibherde. Jeden Tag. 66 Tage lang. Es war Winter, es war dunkel. Es war definitiv nicht meine Zeit. Ich bin kein Early Bird. Anfangs war es hart. Aber: nach ein paar Wochen liebte ich diese Ruhe am Morgen und ich genoss das Gefühl, um 8:30 Uhr schon fertig zu sein mit meinem Schreibpensum. So entstand der Rohentwurf meines Buches. Anders hätte ich das bei meinen vollen Tagen nicht hingekriegt.

Mein Man sagt immer: „Du hast Dein Buch in einer Zeit geschrieben, in der Du sonst geschlafen hast.“ Das stimmt.

Schau, an welchen Rändern deines Tages du dir „Zeit zum Schreiben abschneiden“ kannst.

Melde dich zu meinem Newsletter an. Es lohnt sich.

Spring ins improvisierte Lesen: Bunte, bildhafte Sprache, wild und inspirierend. Poesie & Worterfindungen. Klartext mit Humor. Ahnentrauma hin oder her.

Mein 3-Phasen-Modell

Kreativzeit: Lies deine Texte nicht

Was interessiert dich dein Geschreib von gestern? Schreib‘ nur nach vorne! Rotz es raus!

Wenn du im kreativen Prozess bist, dann dreh dich nicht um. Schreibe einfach immer hinten dran.** Immer nach vorne, ohne zurück zu blicken. Lass das eben oder gestern Geschriebene in Ruhe. Korrigiere keine Tippfehler, keine Grammatik.

Du hast noch einen Gedanken zu gestern? Mach eine neue Überschrift und klatsch es hinten dran. Nicht erst lange im Text rum suchen, wo das denn gut hinpassen könnte. Denn dann aktivierst du deinen Korrekturtrieb. Den brauchst du jetzt noch nicht. Der darf noch schlafen. Den brauchen wir erst in später, aber so weit sind wir noch nicht. Noch sammeln wir.

Dies ist meine Phase 1 – meine (zeitlich begrenzte) Kreativphase. Für ein Buch nehme ich mir mehrere Monate Zeit, für einen Blog- oder Fachartikel eine feste Stundenzahl.

Das Roh-Material ist fertig, wenn die Zeit rum ist.

Pause: Buchstabenschlaf

Dann lasse ich das Material eine Weile liegen, es darf sich ausruhen, schlafen und reifen. Einem Buch gönne ich mindestens sechs Wochen Ruhe, einem Blog- oder Fachartikel zwei Tage.

Das Buch wird ausgedruckt und in ein schönes Kästchen gelegt.** Der Artikel wird zugeklappt und nicht mehr angepasst.

In dieser Ruhezeit passiert am Rohentwurf nichts – außer, dass er in meinem Hirn weiter wirkt. Wenn mir neue Gedanken dazu kommen, diktiere ich sie in meine Handy-Notizen. Auch immer hinten dran – für später.

Mit neuen Augen: Re-VISION

Wenn die Schlafenszeit des Rohentwurfs rum ist, mache ich mir einen Kaffee, setze mich aufs Sofa und lese in Ruhe, mit Abstand und neuem Blick, was ich geschrieben habe. Ich wundere mich, lache, schüttle den Kopf. „Was? Das habe ich geschrieben? Wow!“ Oder: „Au weia! Das geht gar nicht.“ Ein Riesenspaß.

Dann lade ich mein inneres Redaktionsteam mit an den Tisch und alle dürfen ihren Senf dazu geben. Die Rechtschreiblehrerin, Strukturella, die Frau vom Fach, der innere Kritiker, das Rabentier und das freie Kind, das seine wilden Wortschöpfungen gegen die Verwachsenen (pruuust …) verteidigen darf, sie alle reden mit. Wilde Diskussionen, Verwerfungen, Überarbeitung.

Danach erst steht der Text.

Nichtschreiben gehört dazu

Wenn du dich entschieden hast, zu schreiben, dein Buch, deinen Artikel, dann gehört die Zeit des Nichtschreibens dazu. Allein der Entschluss zum Schreiben wirkt positiv auf deine Gedanken. Und auch wenn du feststeckst, sucht dein Gehirn weiter nach Lösungen und Ideen. Wenn dir nichts mehr einfällt, klebe nicht am Schreibtisch fest. Mach was anderes. Schnapp dir einen Roman, geh zum Lesen in ein Café, spazieren in der Natur, geh Laufen oder ins Kino, triff dich mit Freunden. Ich liebe es, mit einem guten Buch in die Badewanne abzuhauen.

Die Inspiration, die du suchst, ist bereits in dir. Sei still und lausche.

Rumi

Oft kommen in den unerwartetsten Momenten die zündenden Ideen. Wenn du nicht dran denkt und gerade etwas ganz anderes machst. Lass los, lass locker. es wird kommen.

Nichtschreiben gehört zum Schreiben wie die Atempause zum Ein- und Ausatmen gehört, wie die Zeit des Nicht-Blühens einer Blume zu deren Blüten gehört.

Wie das Leben bewegt sich das Schreiben in Wellen, in Zyklen. Vertraue dir und dem Prozess.

* Die Schreibübungen „Ich erinnere mich an …“ habe ich bei Doris Dörre gelernt.
** Das „immer-hinten-dran-schreiben“ und das Ruhen des Geschriebenen habe ich bei Monika Stolina gelernt.

3 Kommentare

  1. Liebe Birgit,

    vielen Dank für deinen Beitrag zu meiner Blogparade. Sehr vielschichtig und mit einer lebendigen und bildhaften Sprache teilst du deine besten Tipps gegen Schreibblockaden, ich danke dir dafür! 🙂 Besonders spannend finde ich das Zitat „Wer viel tut, muss nicht viel fühlen“ und den von dir beschriebenen „Mechanismus“, immer etwas zu erledigen. Ich glaube, das ist einer der Gründe, warum viele Menschen nicht schreiben, was natürlich sehr schade ist, daher ist das Erkennen dieses Zustands umso wichtiger! 🙂

    Liebe Grüße und gutes Schreiben! ✒️
    Daniela

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert